Grenzen
Ich habe heute ein Wort angeschaut. Ein Wort, das ich seit Jahren benutze. In Gesprächen. In Coachings. Mit mir selbst.
Grenzen.
Und dann sah ich es. Die letzten drei Buchstaben.
ZEN
Ich musste schmunzeln – es ging gar nicht anders. Da steckt alles drin, oder? Verbundenheit. Klarheit. Gewissheit. Zugewandtheit. Liebe. Selbstmitgefühl. Das komplette Paket.
Meine Kinder haben es mir immer wieder vorgemacht. Sie wussten wie Grenzen setzen geht.
Nein, das mag ich nicht.
Nein, das stört mich.
Nein, das will ich nicht.
Sie sagten Nein. Laut. Klar. Ohne Entschuldigung. Der Kinderkörper wurde größer. Der Kopf reckte sich nach oben. Die Augen wurden weit. Da war keine Rechtfertigung. Kein langer Satz. Nur dieses einfache, ganze Nein.
Und dann lernten sie ….
Dass Nein unbequem ist.
Dass es Stimmung kostet.
Dass man sich danach erklären muss.
Dass Grenzen andere enttäuschen können.
Leider „ lernten“ sie das nicht nur in der Welt sondern auch von mir .
Ich musste selbst erst lernen, wie Grenzen erkannt, gesetzt und auch angenommen werden können.
Zu oft werden Grenzen kleiner gemacht!
Ein bisschen hier. Ein bisschen dort.
Immer wieder.
Bis man selbst nicht mehr sicher ist, ob man sie überhaupt setzen darf.
So viel Ambivalenz. So viel Unsicherheit.
Ich glaube es gibt verschiedene Grenzen auf die wir stoßen. Manche könnte man vielleicht „Not Grenzen“ nennen.
Grenzen die zu spät kommen. Grenzen aus Erschöpfung. Aus Überfüllung. Aus Reaktion. Aus Argumentation. Aus dem Dagegen. Diese Form kostet Energie. Und oft zu viele Worte.
Und sie kommt zu spät.
Die andere – die Zen-Grenze – die kommt früh. Leise. Sie braucht keine großen Worte. Sie ist selbstverständlich. Und zwar im wahrsten Sinn.
Voller Verständnis für einen Selbst.
Sie entsteht aus Zentrierung.
Aus diesem inneren Wissen:
Das bin ich.
Das bin ich nicht.
Bis hierher – nicht weiter
Sie richtet sich nicht gegen jemanden. Sie richtet sich für sich selbst aus.
Kein Kampf. Kein Drama. Einfach: so.
Wie ein Fels im Fluss. Das Wasser fließt. Der Fels bewegt sich nicht.
Diese Grenze gibt Energie, statt sie zu nehmen. Sie schließt niemanden aus. Sie ist klar, ohne hart zu sein. Sie dient der Verbundenheit. Lässt einen innerlich aufrichten – und vermutlich auch äußerlich.
Sie fühlt sich nach Gesundheit an.
Und sie steckte im Wort. Die ganze Zeit schon.
Gren-zen.
Grenzen setzen dient dem Zen. Der inneren Klarheit . Der Verbundenheit mit sich selbst.
So kann Ruhe in einem entstehen.
Das Wort wusste es schon immer.
Ich hab heute nur hingeschaut.
